Mackenzie District

26. Januar 2019

Hallo ihr lieben,

in den letzten Tagen habe ich so unglaublich schöne und beeindruckende Orte entdecken dürfen.

Wie schon angekündigt, bin ich am Sonntag, nach einem kurzen Zwischenstopp in Fairlie, an den Lake Tekapo gefahren und schon die Anfahrt total schön. Nachdem in den Burkes Pass überquert habe, hat sich bereits ein erster Blick auf die Südalpen gezeigt. Und beim Blick auf den davor liegenden Lake Tekapo mit seiner fast unnatürlich blauen Farbe, war ich schon ganz schön überwältigt.

Ausblick unterwegs
Church of God Shepherd
Statue zur Ehre der Border Collies

Die erste Nacht dort war ich in einem ‘richtigen’ Holiday Park, wo ich unter anderem auch endlich mal wieder meine Wäsche machen konnte…Ansonsten habe ich den Mittag genutzt um auf den Mount John hochzulaufen. Von dort hat man einen traumhaften Blick auf den Lake Tekapo, sowie die daneben liegenden Seen Lake Alexandrina und Lake McGregor. Auf der Spitze des Mt Johns ist auch ein Observatorium, da das Gebiet rund um den Aoraki / Mount Cook National Park ein Intenational Dark Sky Reserve ist, einer der besten Plätze weltweit um Sterne zu sehen. Was ganz einfach der Tatsache geschuldet ist, das hier kaum jemand wohnt und somit keine Lichtverschmutzung stattfindet. Die ersten Tage waren jedoch leider nachts immer bewölkt. Der Ausblick von dort oben war auf jeden Fall phänomenal, aber es war auch extremst windig.

Lake Tekapo

Lake Alexandrina, Lake McGregor, Lake Tekapo (v.l.n.r.)

Am nächsten Tag habe ich mein Auto noch in die Werkstatt gebracht, um mir die Bremsbeläge noch erneuern zu lassen. Da Tekapo aber mitten im nirgendwo ist und sie dort keine Vorrätig hatten, musste ich noch einen Tag länger bleiben. Diesmal war ich dann auf einem Campingplatz am Lake McGregor, der so richtig schön in der Natur war. Da sind dann auch einfach mal vier Kühe über den Campingplatz gelaufen und morgens wurde ich von dem Mähen einer großen Schafherde auf der anderen Uferseite geweckt. Hier war es auch so windig, dass ich zwischenzeitlich wirklich das Gefühl hatte, mir würde gleich das Auto umkippen. Aber es war sehr schön dort und man konnte im See auch super schwimmen. Außerdem war abends der über dem See aufgehende Vollmond wunderschön anzusehen.

Lake McGregor

Nachdem am nächsten Morgen meine Bremsbeläge ausgetauscht waren, bin ich dann endlich weiter zum Lake Pukaki gefahren.

Wo ich vorher schon dachte, das Wasser vom Lake Tekapo hätte eine außergewöhnliche Farbe, hat der Lake Pukaki das nochmal getoppt.

Lake Pukaki

Die extrem Blaue Farbe des Sees hängt, wie beim Rakaia River, mit der Tatsache zusammen, dass er von Gletscherwasser gespeist wird und sich auf dem Grund feine Steinpartikel des Gletschers befinden.

Nach ein paar Stops um den schönen Ausblick zu genießen, bin ich dann entlang des Sees nach Mount Cook Village gefahren. Auf dem Weg dahin bin ich noch bei einer Lavendelfarm vorbeigekommen, was einfach ganz schön anzusehen war.

Leider hat mit meiner Ankunft auf dem Campingplatz der Regen angefangen, der bis zum nächsten Abend auch nicht mehr aufgehört hat. Das war jetzt generell nicht weiter schlimm, aber bei der kurzen Tour zum Kea Point habe gemerkt, dass man eben auch einfach nichts sieht.

Mueller Lake vom Kea Point

Also habe ich beschlossen, einfach ein Tag länger als geplant zu bleiben und bin am nächsten Tag mittags nur ins Dorf gelaufen und dort in ein Café, das DOC Besucherzentrum, was gleichzeitig auch ein Museum ist, und bin anschließend noch zwei kleine Bush Walks gegangen. Mit meiner neu angeschafften Allwetterhose war der Regen dann auch gar nicht mehr so schlimm.

Total schön war, dass dir den vielen Regen die ganzen Bachläufe voller Wasser waren und auch in den Bergen überall kleine Wasserfälle waren.

Am nächsten Tag war dann total gutes Wetter, die Sonne ist auch teilweise richtig rausgekommen. Den Tag habe ich dann genutzt um den Hooker Valley Track zu gehen, eine Tour mit entlang des Mueller und anschließend Hooker Rivers, hin zum Hooker Lake. Dabei hatte ich einen fantastischen Ausblick auf die Berge, besonders den 3724 Meter hohen Aoraki / Mount Cook, der höchste Berg Australasiens. Dass ich diesen sogar wolkenlos zu sehen bekommen habe, war schon ein glücklicher Zufall, denn wie der Name Aoraki (“Wolkenstecher”) schon andeutet, ist der Berg meistens Wolkenverhangen. Schon der Weg zum See, der entlang vieler Ausblickspunkte und über drei Hängebrücken führt, war sehr schön, aber die Kombination aus dem Blick auf den See, den Hooker Gletscher und den Aoraki / Mt. Cook hat das dann noch mal getoppt. Ich bin zum Glück auch schon morgens losgelaufen, denn mit fortschreitender Uhrzeit war auch immer mehr los. Mittags konnte ich dann die Sonne nutzen um endlich meine nassgewordenen Kleidung zu trocknen und etwas zu entspannen.

Alpine Memorial
Mueller Lake und Mount Sefton

Hooker River und Aoraki / Mount Cook

Hooker Lake

Abends habe ich mir den Wecker gestellt, da diese Nacht endlich ein paar klare Stunden sein sollten und als ich aus dem Auto ausgestiegen bin, hat es mich gefühlt fast erschlagen. Ich glaube ich habe bisher noch nie so viele Sterne gesehen, das war einfach nur unbeschreiblich schön. Der Mond war auch noch nicht hinter den hohen Bergen aufgegangen, deswegen war der Blick umso besser. Ich habe sogar mit bloßem Auge die Milchstraße sehen können. Leider war es draußen aber sehr kalt, nachts sind es auf 6° C abgekühlt, weshalb ich mir nicht noch lange die Zeit genommen habe nach Sternbildern und ähnlichem zu suchen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich sowieso keine Ahnung davon habe. Aber diesen wundervollen Blick auf den Sternenhimmel werde ich sicherlich nicht so schnell vergessen.

Am Freitag morgen habe ich dann morgens direkt den Campingplatz verlassen und bin zu Tasman Lake gefahren. Dort gibt es auch unterschiedliche Wege, unter anderem zu der Stelle, wo aus dem See ein Fluss wird und man einen wundervollen Blick auf die riesigen Gletschereis-Brocken hatte, zu den Blue Lakes sowie zu einem Aussichtspunkt, mit einem traumhaften Blick in alle Richtungen.

Gletschereis im Lake Tasman

Blue Lakes
Tasman River

Tasman Lake

Mittags bin ich dann nach Twizel gefahren um mal Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen und anschließend auf einen Campingplatz ganz in der Nähe. Dieser liegt am Lake Ruataniwha, der auch eine ganz einzigartig schöne türkisblaue Farbe hat und in dem man, trotz der sehr kalten Temperatur, herrlich schwimmen kann.

Lake Ruataniwha

So langsam verlasse ich jetzt die Berge und fahre in Richtung Dunedin. Von dort möchte ich dann mal nach einem Job suchen, vor allem um wieder Geld zu verdienen, aber auch um etwas Zeit zu haben, das ganze bisher erlebte mal etwas sacken zu lassen…

Bis bald, eure Jule.

Von Steinen, Bäumen und Gewässern

Hallo ihr lieben,

in den letzten paar Tagen habe ich schon wieder so viel erlebt und gesehen, dass ich selbst kaum hinterher komme. Deshalb gibt es, bevor ich es nicht mehr zusammen bekomme, jetzt schon wieder ein ‘kurzes’ Update.

Nachdem ich von Dienstag auf Mittwoch am Lake Ellesmere war, bin ich auf einem Campingplatz an einem Fluss (Coes Ford) gefahren und habe dort noch entspannt das schöne Wetter genossen.

Am nächsten Tag ging’s dann nach einem kurzen Zwischenstopp in Christchurch weiter nach Castle Hill. Schon der Weg dorthin war sehr schön, da ich so langsam in die Berge gefahren bin und sich das Landschaftsbild eben auch dementsprechend verändert hat. In Castle Hill / Kura Tawhiti sind über mehrere Hügel und Wiesen Kalksteinfelsen in allen Größen verteilt. Das war schon sehr beeindruckend anzusehen. Castle Hill ist übrigens auch einer der vielen “Herr der Ringe” Drehorte.

Castle Hill

Danach ging’s dann weiter zum Lake Pearson, einer kleiner See in den Bergen in dem man auch super schwimmen kann. Außerdem gibt es hier total viele Enten mit Nachwuchs in allen Größen. Das hat man besonders beim Essen gemerkt, weil dann auf einmal alle Enten angerannt gekommen sind.

Lake Pearson

Nachdem ich dort übernachtet habe, bin ich mittags irgendwann weiter entlang der Inland Scenic Route gefahren und bei der Suche nach meinem nächsten Übernachtungsplatz eher zufällig auf den Campingplatz am Rakaia Gorge getroffen. Das ist eine 7 km lange Schlucht, durch die der Rakaia River fließt. Dieser hat vor allem durch seinen Gletscher-Ursprung eine total türkisblaue Farbe. Momentan war das Flussbett nur wenig ausgefüllt, es kommt aber auch ab und zu vor, es komplett voller Wasser ist. Kaum vorstellbar was das für Wassermassen sein müssen…

Rakaia Gorge

Nachdem ich morgens nochmal zu einem Aussichtspunkt gelaufen bin, ging meine Fahrt dann weiter zum Peel Forest, ein 783 ha großes Waldgebiet mit sehr alten Bäumen. Der älteste ist über Tausend Jahre alt, 31 Meter hoch und hat einen Umfang von 8,4 Metern. Neben diesem Baum, bin ich dann auch noch zu den Acland Falls gelaufen. Der Weg dorthin war aufgrund einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 100% und kontinuierlichem Bergauf und wieder runter gehen nicht der angenehmste, aber es hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt und das Wasser war dann eine willkommene Abkühlung.

1000 Jahre alter Baum
Acland Falls

Abends bin ich dann weiter auf einen Campingplatz am Te Moana Gorge gefahren. Eine Wiese mitten im Wald, aber eben an einem Bach, der teilweise so tiefe Stellen hatte, dass man gut hineinkonnte. Abends hatte ich dort auch meinen ersten richtigen Regen, aber das war gar nicht so schlimm, weil ich mich ja in meinem Auto verkriechen konnte.

Te Moana Gorge

Heute geht’s dann endlich richtig in die Berge, unter anderem zum Lake Tekapo. Darauf freue ich mich schon die ganze Zeit…

Unterwegs bekommt man so richtig das Neuseelandfeeling. Überall sind Schaf-, Kuh- oder Wildweiden und ich musste auch schon mitten auf dem ‚Highway‘ anhalten, weil Schafe oder Kühe die Straße überquert haben. Generell macht Autofahren hier auch total Spaß, weil man durch so eine schöne Landschaft fährt. Was ich total gut finde ist, dass es an den meisten Stellen mit schönem Ausblick auch eine extra Anhaltebucht gibt, wo man aussteigen, ein Foto machen und den Blick genießen kann.

Also dann bis bald, eure Jule

Christchurch

Hallo ihr lieben,

liebe Grüße aus Neuseeland. Nach einem kurzen, eher unkomfortablen Flug, bin ich gut in Christchurch angekommen.

Am Flughafen in Melbourne hatte ich bereits eine Argentinierin kennengelernt, die allerdings nur für 20 Tage in Neuseeland ist. Mit ihr habe ich dann auch verabredet, zusammen den Bus in die Stadt zu nehmen. Allerdings war ihr Gepäck nicht angekommen und nach etwa 2 Stunden warten am Flughafen, die ich unter anderem für die Anschaffung einer neuen SIM-Karte genutzt habe, bin ich dann doch alleine in die Stadt gefahren. Ich hatte eben auch absolut keine Kontaktdaten um sie anzuschreiben.Im Hostel angekommen, konnte ich zum Glück schon direkt in mein Zimmer einchecken, auch obwohl es erst etwa 9 Uhr morgens war…

Christchurch hat meiner Meinung nach nicht all zu sehr zu bieten. Die Stadt befindet sich wo man hinsieht immer noch im Wiederaufbau, nach den Erdbeben. Ansonsten gibt es hier einen großen Park mit schönem Botanischen Garten, einen kleinen Fluss, der sich durch die Stadt zieht und diese bekannte Kirche, die durch das Erdbeben 2011 zerstört wurde.

Ferrymead – Christchurch

Kathedrale im Wiederaufbau

Momentan findet hier auch das jährliche World Busket Festival Stadt, eine Art Zirkus Festival. Deshalb findet man hier an vielen Ecken Straßenkünstler, deren Show man sich nach Belieben anschauen kann. Außerdem hat am Sonntag TOTO im Hagley Park gespielt. Ich meine außer „Africa“ kenne ich (und auch die meisten anderen) deren Musik nicht, aber es war trotzdem sehr schön.

Am Sonntag morgen mit einer Bayerin, die ich in meinem Hostelzimmer kennengelernt habe, die Christchurch Gondola hochgefahren. Das hat sich echt gelohnt, da man von dort oben einen wunderschönen Panoramablick in alle Richtungen hat.

Lyttelton Hatbour

Christchurch Gondola

Ansonsten habe ich die Zeit in Christchurch vor allem genutzt, um mir ein Auto anzuschaffen. Letztendlich habe ich mir einen 1999 Honda Odyssey von einem französischen Paar gekauft, die das Auto selbst umgebaut haben, also aus der Rückbank und dem Kofferraum ein Bett gemacht haben. Bis jetzt kann ich auch sagen, dass ich mit dem Auto sehr zufrieden bin.

Mein Auto

Und mit dem Auto kann das richtige Abenteuer nun auch endlich starten. Meine erste Nacht habe ich schon darin verbracht und es ist auch bequem darin.

Mein erstes Ziel war die Halbinsel Banks Peninsula, genauer gesagt ein Campingplatz in einer ruhigen Bucht (Okains Bay), wo sehr viele Familien, bestimmt auch wegen der Abgeschiedenheit ohne Netzempfang, waren. Vor allem die Anfahrt hierhin war sehr schön, da es etwas durch die Berge ging, und ich so einen total tollen Ausblick aufs Wasser, sowie Hänge mit Schafen genießen konnte.

Okains Bay

Ausblick auf Akaroa Harbour

Gerade bin ich auf einem Campingplatz am Lake Ellesmere, wo ich denke so ein bis zwei Tage bleibe und mich auch nochmal mir der Bayerin aus dem Hostel treffe.

Lake Ellesmere

Ich bin schon gespannt, was meine nächsten Reiseziele sein werden und freue mich total, jetzt endlich das Land erkunden zu können 🙂

Ach ja und ich habe ja erwartet viele Deutsche zu treffen, aber die Anzahl hier lässt einen fast daran zweifeln, ob überhaupt noch jemand in Deutschland ist…

Melbourne / Great Ocean Road

Hallo ihr lieben,

liebe Grüße aus Melbourne. Mit der Zugfahrt von Sydney hierher hat alles gut funktioniert. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten habe ich dann auch relativ schnell mein Hostel gefunden.

Dieses ist im Stadtteil St. Kilda, keine fünf Minuten von Strand entfernt. So konnte ich die Zeit bis zum Einchecken auch super nutzen und schon mal an den Strand zu gehen. Am Freitag waren es mittags weit über 40*C, was für einen Aufenthalt draußen eindeutig zu viel war. Zusammen mit dem Wind hat sich das angefühlt, als stände man vor einem riesigen Föhn. Der Tag hat mir deutlich klar gemacht, wie schnell das Wetter sich in Melbourne ändern kann, denn nachmittags sind es dann innerhalb einer halben Stunde etwa 20*C abgekühlt. Das liegt, wie ich gelernt habe, an dem starken Wettereinfluss der Antarktis, die von hier nur etwa 4 Stunden entfernt ist.

Abends bin ich dann noch zum St. Kilda Pier gelaufen, und habe Kite-Surfern zugeschaut, was gerade bei dem starken Wind schon sehr beeindruckend war.

Blick vom St. Kilda Pier

Den Samstag habe ich genutzt um mir mal ein wenig die Stadt anzusehen. Anfangs hat es noch geregnet, das war aber nicht weiter schlimm, da es auch genug zutun gibt, ohne nass zu werden.

In Melbourne gehört die Innenstadt zu der “Free-Tram-Zone”, man kann also kostenlos Straßenbahn fahren. Am Rande dieser Zone umfährt eine Straßenbahn immer die Innenstadt, und man bekommt etwas über die Sehenswürdigkeiten erzählt. Das habe ich dann eben erst mal gemacht und habe mir danach noch die State Library of Victoria und den Queen Victoria Market angeschaut. Nachdem sich mittlerweile auch die Sonne auch wieder blicken lassen hat, bin ich in einen der vielen Parks und habe gelesen (etwas wozu ich jetzt endlich mal wieder richtig Zeit habe). Abends habe ich dann noch den schönen Sonnenuntergang bei mir am Strand genossen.

City Circle

Am Sonntag habe ich dann nochmal, diesmal bei strahlendem Sonnenschein, die Stadt und ihre vielen bunten Gassen angeschaut. Das Melbourne eine sehr künstlerische Stadt ist, erkennt man in vielen Ecken und Straßen, wo Street-Art zu finden ist. Ansonsten bin ich noch etwas entlang des Yarra Rivers und durch den Botanischen Garten spaziert.

Seerosen im Botanischen Garten
Street-Art in der Hosier Lane

Montags ging es schon früh morgens los, da ich einen Tagesausflug zur Great Ocean Road gemacht habe. Wir waren eine ganz nette Gruppe von 22 Leiten und hatten einen total netten und lustigen Reiseführer. Anders als die meisten Leute sind wir die Great Ocean Road von Westen nach Osten und nicht andersrum gefahren und sind somit etwas den großen Touristenmassen aus dem Weg gegangen.

Nach etwa 2 1/2 Stunden Fahrt über den Highway und einem kurzen Zwischenstopp in Colac, ein kleines Städtchen in dem es außer Toiletten und einer Bäckerei nichts gibt, sind wir dann an den Twelve Apostles angekommen. Das sind, mittlerweile noch noch 8 (1/2), bis zu 50 Meter hohe, freistehende Sandsteinfelsen, die entlang der Küste aus dem Wasser hervorragen. Das war schon sehr beeindruckend, zusätzlich hat man von hier ein wunderschönen Blick entlang der Küste. Der Ansturm an Touristen war auch noch völlig in Ordnung. Neben den Autos waren mit uns gleichzeitig noch etwa 3 weitere Reisebusse da, mittags wären es etwa 40 gewesen…

Danach ging es weiter zu Loch Ard Gorge, eine Stelle etwa 4 km entfernt von den Apostles, an der früher die Schiffe von z.B. Europa nach einer dreimonatigen Fahrt endlich Australien erreicht hatten, aber noch eine schmale Passage durchfahren mussten und dort reihenweise kenterten. Hier gibt es drei Wege von denen man unter anderem nochmal die Twelve Apostle, sowie die Stelle sehen kann, wo die Schiffe immer untergegangen sind. Das Highlight dort ist aber eine wunderschöne Bucht, in die man auch runtergehen kann.

Anschließend ging es dann entlang der Great Ocean Road durch den Great Otway National Park. Die Strecke entlang des Meeres entfernt sich zwischendurch vom Wasser und führt durch einen temporären Regenwald, bevor sie kurz vor dem Ort Apollo Bay dann wieder auf die Küste trifft. In dem Städtchen haben wir dann auch eine kleine Mittagspause gemacht und sind anschließend weiter zu einer Stelle gefahren an der man, wenn man Glück hat, unter anderem Koalas in freier Natur sehen kann. Ich habe tatsächlich, als einzige der Gruppe, sogar fünf Stück gesehen (die anderen nur 3). Einer davon war sogar gerade aufgewacht und hat gegessen, was angesichts der Tatsache, das sie etwa 23 Stunden am Tag schlafen schon ein glücklicher Zufall war. Unser Reiseführer Ian hat uns zu jeden Stopp und so auch zu den Koalas ein Paar interessante Fakten erzählt. Hier zum Beispiel etwas über Koalas:

Der Name Koala bedeutet so viel wie kein Wasser, und weist darauf hin, dass sie sich ausschließlich von Eukalyptus ernähren und nicht noch zusätzlich Flüssigkeit aufnehmen müssen. Diese Art der Nahrung steht in Zusammenhang damit , dass Koalas in ‘Gefangenschaft’ etwa 6 Jahre länger (16 Jahre) als in freier Natur leben. Ganz einfach aus dem Grund, dass sie dort einen Zahnarzt haben, der sich um die vom vielen Kauen abgenutzten Zähne kümmert…

Nach diesem Stopp sind wir dann noch zum weiter Memorial Arch und dann wieder zurück nach Melbourne gefahren.

Memorial Arch

Trotz des vielen Busfahrens und der eher kurzen Aufenthalte hat sich die Tagestour für mich auf jeden Fall gelohnt. Die Great Ocean Road auf eigene Faust zu befahren, ist meines Erachtens nach Möglichkeit trotzdem die bessere Art.

Zurück in Melbourne habe ich zum Ausklang des Tagen noch den absolut schönsten Sonnenuntergang überhaupt gesehen 🙂

Am nächsten Tag war ich dann wieder ein bisschen am Strand und habe dann mit dem Fahrrad die Stadt erkundet. In Melbourne gibt es überall in der Stadt verteilt Orte, an denen man sich ein Fahrrad leihen kann und sich dann immer für eine halbe Stunde ein Fahrrad leihen kann. Ach und hier im Bundesstaat Victoria ist übrigens Helmpflicht 😉 Abends war ich dann noch am St. Kilda Pier und habe mit die Pinguine angeschaut, die hier abends immer hinkommen. Ansonsten war dann auch wieder Rucksack packen angesagt.

Meinen letzten Mittag habe ich genutzt um in die National Gallery of Victoria zugehen, wo ich sogar bei einer Führung mitgegangen bin. Auch wenn Kunst jetzt nicht so ganz das Interessanteste ist, was ich mir vorstellen kann, waren dort einige ganz spannende Sachen anzusehen. Besonders gut fand ich dort aber die Ausstellung von William Wegmann, der Fotografie mit Hunden macht und unter anderem Menschenköpfe durch Hundeköpfe ersetzt…

William Wegman – Kidnapper

Jetzt geht es gleich los Richtung Flughafen und dann ab nach Christchurch. Ich hatte eine echt schöne Zeit in Australien, bin jetzt aber auch schon sehr gespannt was mich in Neuseeland, meinem eigentlichen Reiseziel, erwartet…

Bis dann, eure Jule!

Sydney / Blue Mountains

Hallo ihr lieben,

mittlerweile bin ich ja jetzt doch schon ein paar Tage unterwegs und habe so einiges gesehen. Ich hoffe ich sprenge hier nicht all zu sehr den Rahmen…

Sydney ist eine total schöne Stadt. Hier sind fast in jeder Straße Bäume, alles ist sehr grün und es gibt sehr viele Parks. Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man hier alles auch gut zu Fuß erreichen. Ansonsten sind auch die öffentlichen Verkehrsmittel echt sehr gut und pünktlich. Was ja eigentlich gar nicht so ungewöhnlich ist, verglichen mit dem was ich kenne, aber eben schon:)

In den ersten zwei Tagen bin ich einfach ohne Plan losgelaufen und habe so den Botanischen Garten, jegliche Parks, Häfen, den Fischmarkt und viel mehr entdeckt.

Mein Hostel liegt zwar mehr als eine Stunde zu Fuß von Oper und co. entfernt, liegt aber direkt am Victoria Park und nah an der Central Station. Die Leute in meinem Zimmer waren auch alle sehr nett. Mit einem Mädchen aus Québec hatte ich mich dann auch für Silvester abends verabredet.

Als ich morgens durch die Stadt gelaufen bin, waren überall schon Leute, die sich den Platz freigehalten und teilweise schon ein Tag zuvor dort gezeltet haben. Wir haben uns in ‚the Rocks‘ getroffen, von wo man einen Blick auf die Oper und auch die Harbour Bridge hat. Um fünf Uhr war schon alles total voll und es war quasi unmöglich dort jemanden (dessen Aussehen man nur so halb im Kopf hat) zu finden, und dass so ganz ohne Internet. Ich habe Anne-Julie zum Glück nach längerem Suchen durch Zufall aber doch noch gefunden. Der Boden war dann auch schon fast komplett mit Menschen auf Handtüchern, Decken und Stühlen besetzt, die froh waren ja einen guten Platz ergattert zu haben. Dazu kann ich nur sagen, umsonst so lange gewartet. Um sieben Uhr hat es nämlich extrem angefangen zu schütten und gewittern. Früher oder später haben dann alle ihre hart erkämpften Plätze aufgeben um sich irgendwo unterzustellen (außer natürlich diejenigen mit Zelt…).

Um 9 Uhr war dann, endlich im Trockenen, das „kleine“ Familienfeuerwerk, meines Erachtens auch schon sehr groß und Spektakulär. Danach mussten wir weiter warten und haben uns noch mit Franzosen getroffen, die Anne-Julie von einem anderen Hostel kannte. Das war eigentlich ganz lustig, nur unglücklicherweise haben sie eben die meiste Zeit französisch geredet…

Um Mitternacht hat dann das ingesamt zwölf Minuten lange Feuerwerk begonnen, welches wirklich durchweg atemberaubend und beeindruckend war. Dabei wurde das Feuerwerk von fünf Stellen im gesamten Hafen und ganz besonders von der Harbour Bridge abgeschossen. Absolut Lohnenswert!!!

Soviel zu Silvester, am nächsten Tag bin ich dann durch Paddington, ein hübsch anzusehender Stadtteil mit vielen kleinen Häuschen und einem teilweise klasse Ausblick über die Stadt, und den Centannial Park gelaufen. Anschließend bin ich zum Bondi Beach. Ein wirklich schöner, aber absolut überlaufener Strand. Von dort startet ein Küstenweg, der an mehreren Stränden vorbeiführt. Abends bin ich dann noch nach Manly, ein Stadtteil, der mit einer 30-minütigen Fährfahrt zu erreichen ist. Alleine für die Fahrten hat sich dieser Ausflug absolut gelohnt. Beim Rückweg hatte ich einen perfekten Blick auf die Skyline von Sydney!

Blick vom Macquaries Point
Ibusse, überall in der Stadt zu finden

Darling Harbour

St Mary‘s Cathedral

Bondi Beach
Fährfahrt nach Manly

Skyline von Sydney

Manly

Mittwochs morgens bin ich dann mit dem Zug in die Blue Mountains gefahren. Bisher mein absolutes Highlight. Wer diesen Tagestrip bei einem Urlaub in Sydney auslässt, verpasst absolut etwas. Die Blue Mountains sind ein National Park und UNESCO Weltnaturerbe, nur etwa zwei Stunden Zugfahrt von Sydney entfernt.

Anders als die meisten (hauptsächlich Chinesen) habe ich nicht die Hop on, Hop Off Tour von Spot zu Spot gemacht, sondern bin den Prince Henry Cliff Walk, ein Weg entlang der Klippen, gelaufen. Bei den Katoomba Kaskaden angefangen, ging es dann erstmal bis zum Echo Point, von wo man vor allem einen sehr schönen Blick auf eine Formation aus drei großen Sandsteinfelsen (The Three Sisters) hat. Hier teilt man sich den Ausblick aber eben mit Unmengen von anderen Touristen.

Morgens war es noch extrem heiß, weshalb ich auch froh hier mal ein Päuschen machen zu können. Als ich dann weiter gehen wollte, hat man allerdings in der Ferne ein Gewitter gesehen und habe deshalb (den im Nachhinein sehr schlauen) Entschluss gefasst erstmal nicht weiter zu gehen, sondern abzuwarten. Man konnte dann so richtig sehen und aufgrund des aufziehenden Windes, merken wie die ‚Regenwand‘ auf uns zugekommen ist. Tatsächlich war es aber kein Regen, sondern fast 1 cm Durchmesser dicke Hagelkörner. Ich hätte eigentlich auch schon direkt ins Trockene gehen können, man hat den Regen ja mehr als rechtzeitig kommen sehen, es war aber irgendwie so faszinierend und bannend, dass ich noch nicht gehen wollte. Nach dem ich dann den Versuch aufgegeben habe, mich unter einem circa ein Meter breiten Vorsprung hinter einer Bank zu schützen, habe ich dann doch noch einen richtigen Unterstellplatz im Visitor Center gefunden. Es hat dann noch mindestens eine Stunde geregnet, die Zeit konnte ich aber auch gut gebrauchen um wieder ansatzweise zu trocknen.

Als der Regen aufgehört hat, war mir eigentlich kalt, ich war immer noch nass und hatte keine Lust mehr, bin dann aber trotzdem noch weiter gegangen (Bis jetzt hatte ich ja gerade mal ein Drittel des Weges zurückgelegt). Zum Glück, denn was dann gekommen ist, war noch viel besser als der Weg zuvor. Nach dem Echo Point hat sich der Weg nämlich etwas geändert. Wo zuvor eigentlich nur Steinweg, mit fast dauerhaftem Ausblick in die Blue Mountains war, führte der Weg dann richtig durch den Wald. Besonders faszinierend waren hier die Vielzahl, Größe und das fast unnatürliche Grün der Farne. Ansonsten war es auch so schön, weil kaum jemand diesen Weg gelaufen ist. Mehrmals ist mir fast eine halbe Stunde lang niemand begegnet, was angesichts der Menschenmassen zuvor sehr erstaunlich und überraschend war. Immer wieder gab es kleine Aussichtspunkte, von denen ich die scheinbar nicht endende Weite der Landschaft genießen konnte. Kurz vorm Ende bin ich dann auch noch an einem großen Wasserfall (Leura Falls) vorbeigekommen was auch wieder sehr beeindruckend war.

Am Olympian Rock Lookout, der meines Erachtens noch viel schöner als der Echo Point und zusätzlich komplett menschenleer ist, habe ich anschließend den Sonnenuntergang genossen. Mittlerweile war es dann auch schon 20:00 Uhr und ich war unglaublich froh, nach knapp 7 Kilometern und unendlich vielen Höhenmetern (hätte ich gezählt, es wären sicherlich weit über 2000 Stufen) so ein schönen Ort zum Abschluss gefunden zu haben.

Rückblickend gesehen, war auch der Regen das Beste was mir hätte passieren können.

1. Alleine so ein Gewittersturm in einer solchen Umgebung mal mitzuerleben

2. Waren wahrscheinlich deshalb auf dem folgenden Weg weniger Leute unterwegs

3. War durch den Regen, der Wald noch viel schöner und wie frisch erwacht

Die ganze Landschaft und Weite der Blue Mountains will auch jetzt noch nicht so richtig in meinen Kopf gehen, einfach weil das alles unbeschreiblich und anders als alles was ich zuvor gesehen habe, ist…

Echo Point – Three Sisters

Leura Falls
Olympian Rock Lookout

Heute, mein letzter Tag in Sydney habe ich damit verbracht, mir mal einen Teil der Stadt auf der anderen Seite des Wassers anzusehen, und ansonsten im Botanischen Garten ein wenig zu entspannen. Heute Abend fahre ich dann mit dem Zug nach Melbourne.

Ich bin schon sehr gespannt wie es dort ist, und auf jeden Fall sehr froh über die tolle Zeit in Sydney.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: wie ich gemerkt habe spiegelt sich Linksverkehr auch auf den Gehwegen wieder…ich habe ein Paar Tage und einige Fast-Zusammenstöße gebraucht zu verinnerlichen, dass ich immer auf der Linken Gehweg-Seite laufen und ausweichen muss:)

Flug

Sydney, 16:00 Uhr, 29*C

Hallo ihr lieben, das lange Fliegen habe ich jetzt erst mal geschafft. Heute morgen um 7:00 Uhr bin ich nach 24 Stunden Reisezeit endlich in Sydney gelandet.

Sowohl beim Flug nach Delhi, als auch beim nach Sydney, hatte ich glücklicherweise total nette, freundliche Sitznachbarinnen.

Nach 7 1/2 Stunden Flug hatte ich dann meinen Zwischenstopp in Indien, was auch mal ganz Interessant war.

Beim Landeanflug konnte man schon gut von oben sehen, wie Delhi aussieht. Auffällig dabei ist vor allem die Vielzahl hässlicher Hochhausblöcke und die Berge an Müll…Nicht sehr schön!

Am Flughafen selbst sieht man davon natürlich nichts. Ganz spannend an meinem Aufenthalt fand ich unter anderem aber die Gespräche mit Indern, denn es war jedes Mal ein Rätsel zu erkennen, was denn jetzt gemeint war. Nachdem ich etwa 5 mal durch die gesamten Gates und die Halle gelaufen bin, habe ich leider viel zu spät noch ein total tolles indisches Geschäft gefunden, Darin gibt es einen „healing pool“ an den man sich setzten und gleichzeitig der Musik aus Trommeln und Gesang zuhören kann. Ich fand total faszinierend und eben auch genau dem entsprechend, was ich mit Indien verbinde.

Dann ging’s aber auch schon weiter mit dem Anschlussflug. Sehr lange 12 1/2 Stunden, natürlich wieder so gut wie komplett schlaflos. Aber ich will mich ja jetzt auch nicht beschweren, schließlich war es das ja jetzt schon wert:)

Soviel zum Flug…das Hostel scheint bisher auch gut zu sein und die Leute hier sind sehr nett. Ach ja und es ist heiß und die Sonne knallt ganz schön heftig. Aber Überraschung, hier ist ja schließlich auch Hochsommer! Und die Sonnencreme habe ich natürlich immer dabei;)

Ansonsten gefällt mir Sydney, soweit ich das gesehen habe, sehr gut. Dazu dann aber mehr, wenn ic ein Paar Tage hier war.

Bis dahin, Tschüss

Jetzt geht’s los!

Hallo ihr lieben! Ich sitze gerade im Flugzeug und warte darauf, dass der Flieger losfliegt. Neben mir sitzt ein junges, nettes Pärchen, mich hätte es also deutlich schlimmer treffen können…

Ich kann noch gar nicht richtig realisieren, dass es jetzt wirklich los geht. Ich bin schon sehr gespannt, was mich alles erwartet, was ich alles erleben und welche Menschen ich kennenlernen werde.

Ich versuche hier, alle so gut wie möglich, auf dem laufenden zu halten und regelmäßig auch von mal was mir hören zu lassen.

Bis dann,

Eure Jule